direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Fachgebiet Musikwissenschaft

Bild
Lupe


Das Fachgebiet Musikwissenschaft an der TU Berlin wurde mit dem Ende des Wintersemesters 2010/11 eingestellt. Im Fachgebiet Audiokommunikation werden jedoch Lehrveranstaltungen zu musikwissenschaftlichen Themen angeboten, Forschungsprojekte zur systematischen Musikwissenschaft durchgeführt sowie Abschlussarbeiten und Dissertationen betreut. Als Dozenten mit musikwissenschaftlicher Expertise arbeiten dort derzeit PD Dr. Martha Brech, Dr. Hauke Egermann, Prof. Dr. Heinz von Loesch, Dr. Hans-Joachim Maempel, Oliver Schwab-Felisch, Volker Straebel, Prof. Dr. Stefan Weinzierl, Prof. Dr. Friederike Wißmann sowie die Edgard-Varèse-Gastprofessoren des DAAD. Inhaltliche Schwerpunkte sind die musikalische Akustik, die musikalische Interpretationsforschung, die Musiktheorie, die Musikübertragung und die mediale Musikrezeption.


Zur Geschichte der Musikwissenschaft an der TU Berlin

Die musikwissenschaftliche Forschung an der TU hat eine Tradition, die auf das Studienjahr 1921/22 zurückgeht, als an der technischen Hochschule Charlottenburg Hans Mersmann (1891–1971) habilitierte und der Lehrbetrieb im Fach Musikwissenschaft seinen Anfang nahm. Das Fach war den „allgemeinen Wissenschaften“ zugehörig, mit einem breiten Angebot musikhistorischer Themen. Als Herausgeber der renommierten Zeitschrift „Melos“ übernahm Mersmann 1928 die Leitung der Musikabteilung des Deutschlandsenders. Der Themenkomplex „Musik und Technik“ spielte an der technischen Hochschule bereits zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Aufgrund seines Engagements für die Neue Musik musste Mersmann nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 die Hochschule verlassen.
Teil der Neugründung der Berliner Technischen Hochschule in Charlottenburg (1949) war die Humanistische Fakultät. Auf den Lehrstuhl „Musikgeschichte“ wurde 1949 Hans Heinz Stuckenschmidt (1901–1988) berufen. Inhalt des Lehrplans waren die allgemeine Musiklehre, ästhetische Vorlesungen und Analysen der Neuen Musik; seit 1963 wurden von Fritz Bose musikethnologische Lehrveranstaltungen angeboten. Wechselbeziehungen zwischen Technik und Musik blieben als roter Faden erkennbar; eine zentrale Institution für die Neue Musik bildete seit 1953 auch das Elektronische Studio der TU Berlin. Nach der Studienreform 1967/68 wurde die Musikwissenschaft zum eigenständigen Fach mit Promotionsrecht. Von internationalem Interesse war die Berufung von Carl Dahlhaus (1928–1989). Er formulierte in Lehre und Forschung zentrale musikhistorische, systematische, analytische und interdisziplinäre Fragen an das Fach und gilt heute als einer der bedeutendsten Musikforscher des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Berufung stellte er auch die Verbindung zum Fachbereich „Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Musik“ her und unterstützte zunächst über Lehraufträge die Systematische Musikwissenschaft an der TU Berlin. Auf die neu eingerichtete Professur „Systematische Musikwissenschaft“ wurde 1978 Helga de la Motte-Haber berufen, die hier bis zum Ende des Sommersemesters 2004 lehrte. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind der Künstevergleich, die empirische Musikpsychologie und ihre Methoden, die Neue Musik und der Themenkomplex Musik und Medien. Christian Martin Schmidt übernahm nach Dahlhaus im Sommersemester 1991 den Lehrstuhl für Historische Musikwissenschaften, den er bis 2010 innehatte. Seine Forschungschwerpunkte sind die musikalische Analyse, die Interpretationsforschung und Fragen der Editionsphilologie.

Literatur
Die TU Berlin, Berlin 1965.
Reinhard Rürup (Hrsg.), Wissenschaft und Gesellschaft. Beiträge zur Geschichte der Technischen Universität Berlin 1879–1979. 2 Bde., Berlin 1979.
Frank Gertich, Julia Gerlach, Golo Föllmer, Musik…, verwandelt. Das Elektronische Studio der TU Berlin 1953 – 1995, Wolke 1996.
Martha Brech, Musikwissenschaft an der TU Berlin
Karl Schwarz (Hrsg. im Auftrag des Präsidenten der TU Berlin), 1799–1999. Von der Bauakademie zur Technischen Universität Berlin. Geschichte und Zukunft. Eine Ausstellung der Technischen Universität Berlin aus Anlass des 200. Gründungstages der Bauakademie und des Jubiläums 100 Jahre Promotionsrecht der Technischen Hochschulen, Aufsätze, Berlin, 2000.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe